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Prof. Dr. Dr. h.c. em. Klaus Willimczik

Sportpsychologie in historischer Perspektive: Zirkulation oder Fortschritt oder...?

Die asp als „Haus der Sportpsychologie“ im deutschsprachigen Raum blickt auf eine mehr als 50jährige Geschichte zurück. Es bietet sich an, die 52. Jahrestagung der asp in Salzburg zum Anlass für Antworten auf die Fragen zu nehmen, welche Entwicklung das allgemeine Paradigma der Sportpsychologie und welche Entwicklung spezielle sportpsychologische Paradigmen in diesem Zeitraum genommen haben. Kann von einem Fortschritt gesprochen werden, und wenn ja, worin ist er zu sehen?

Antworten auf die gestellten Fragen setzen eine Metaebene voraus, also eine höhere Ebene als die der Gegenstandsebene „Sportpsychologie“.  Vor dem Hintergrund der Metaebene ist zu diskutieren und zu beurteilen, wie sich das allgemeine sportpsychologische Paradigma und wie sich die spezifischen Paradigmen entwickelt haben. Als spezielle Paradigmen ausgewählt habe ich die Theorien zur Motorischen Entwicklung, zum Motorischen Lernen und zur Leistungsmotivation. In die Diskussion einbeziehen werde ich auch die Diskussion um die Verantwortung von Sportpsycholog*innen/der Sportpsychologie.

Als Metaebene für diesen Beitrag ausgewählt worden ist die Allgemeine Wissenschaftstheorie innerhalb der Analytischen Philosophie. Dies ist natürlich eine Setzung ohne Absolutheitsanspruch. Zu den Themen dieses Ansatzes zählen die Abgrenzung von Hermeneutik (Philosophie des Verstehens) und Erfahrungswissenschaft (mit dem Aspekt der Evidenz), die Frage der Theorieentwicklung, die Bedeutung von Verifikation und Falsifikation und die Frage, wie und wofür Verantwortung zu übernehmen ist.

Ziel meiner Senior Lecture ist es, für die Position zu werben, dass eine wissenschaftstheoretische Betrachtung hilfreich für die wissenschaftliche Bearbeitung von psychologischen Sachfragen sein kann.

 

Curriculum Vitae

Klaus Willimczik, geb. 1940 in Königsberg (Pr.) ist emeritierter Professor an der Fakultät für Psychologie der Universität Bielefeld. Promotion1966 mit einer geschichtsphilosophischen Arbeit an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. 1971 Habilitation an der Philosophischen Fakultät der Johann Wolfgang von Goethe Universität mit einer biomechanischen Bewegungsanalyse.1999 Ehrendoktorwürde der Mainzer Universität, insbesondere für seine Verdienste um die wissenschaftstheoretische Begründung der Sportwissenschaft. Neben zahlreichen wissenschaftstheoretischen Veröffentlichungen (u.a. 4 Bände „Sportwissenschaft interdisziplinär“, 2001-2011) große Anzahl empirisch-interdisziplinär angelegte Forschungsprojekte. In seiner Aktivenzeit mehrfach Deutscher Meister über 110- m-Hürden. Von 1979 bis 1985 Präsident der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs), und 1986 bis 1988 als Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit Mitglied des Präsidiums des Deutschen Sportbundes DSB.

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