Assoz. Prof. Dr. Kerstin Hödlmoser (Salzburg)

Evidenzbasierte Sportpsychologie oder doch nur praxisbasierte Evidenz?

Wie in anderen Bereichen wird auch in der Sportpsychologie immer wieder intensiv und zum Teil sehr kontrovers über wissenschaftliche Standards und deren Relevanz für die Praxis diskutiert. Wie wirksam und effizient sind sportpsychologische Methoden? Kann man in der Sportpsychologie ein „randomized controlled trials“ Studiendesign umsetzen? Wie steht die Sportpsychologie zur Replikationskrise? Fragen zum Thema Qualitätssicherung, Entwicklung von Leitlinien, methodische Standards stehen im Rahmen dieser Diskussion im Vordergrund. Insbesondere die inhaltliche Aussagekraft sowie die Übertragbarkeit von wissenschaftlichen Befunden auf die sportpsychologische Praxis ist oft eine große Herausforderung (Stichwort: „statistische vs. praktische Signifikanz“). Im Rahmen dieser Keynote sollen diese Fragen aufgegriffen und anhand des interdisziplinären Forschungsfeldes der Neurokognition diskutiert werden. Es soll aufgezeigt werden, wie insbesondere auch dieses Forschungsfeld für die Sportpsychologie in der Praxis an Bedeutung gewinnen kann.

 

 

Curriculum Vitae 

Kerstin Hödlmoser ist Associate Professor am Centre for Cognitive Neuroscience an der Universität Salzburg am Fachbereich Psychologie und forscht seit 2002 zum Thema Schlaf und kognitive Leistung vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter. Sie leitet das Lehrmodul „Sportpsychologie“ und forscht unter anderem zum Thema Schlaf und Regeneration im Leistungssport“. Aktuell leitet sie des Weiteren das vom österreichischen Forschungsfonds (FWF) geförderte Grundlagenforschungsprojekt „How SMART is it to go to bed with the PHONE“. Hierbei wird mittels elektrophysiologischen Gehirnstrommessungen untersucht, wie sich bei Jugendlichen die Handynutzung in den letzten zwei Stunden vor dem Zubettgehen auf deren Schlaf und Gedächtnis als auch auf ihre Emotionsregulation auswirkt. Nebenbei ist sie Sport-, Klinische- und Gesundheitspsychologin sowie Verhaltenspsychotherapeutin.